World Overshoot Day 2011

Jahresbudget der Natur aufgebraucht

 

Ökosoziale Steuerreform als Initialzündung für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen

Presseaussendung, 23. September 2011

Overshoot Day: Ökosoziale Steuerreform als Initialzündung für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen in Österreich

Utl.: Das Ökosoziale Forum fordert anlässlich des „World Overshoot Day“, durch mehr Kostenwahrheit die natürlichen Ressourcen für künftige Generationen zu schützen.

„Der sparsame und effiziente Einsatz von Energie und Ressourcen wird künftig nicht nur für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt entscheidend sein, sondern auch für die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit eines Landes. Eine ambitionierte Ökosoziale Steuerreform könnte als Initialzündung in Österreich zu mehr Kostenwahrheit bei Energie und damit zu einem Umdenken bei Wirtschaft und Gesellschaft führen“, betont der Geschäftsführer des Ökosozialen Forums, Klemens Riegler-Picker, anlässlich des „World Overshoot Day“ am 27. September 2011. Der „Overshoot Day“ zeigt auf drastische Weise, wie sehr der Lebensstil in den Industrie- und Schwellenländern die Erde belastet. Laut Berechnungen des Global Footprint Network hat die Menschheit innerhalb von neun Monaten bereits die gesamte Biokapazität der Erde aufgebraucht und lebt den Rest des Jahres über ihre Verhältnisse.

Die Herausforderungen für die kommenden Jahre sind immens: Europa muss bis 2050 den Treibhausgas-Ausstoß um mindestens 80 % gegenüber 1990 verringern. Gleichzeitig muss der Ressourcenverbrauch pro Person deutlich sinken, wenn künftig 9 Mrd. Menschen auf die natürlichen Ressourcen der Erde zugreifen werden. „Wir verbrauchen heute 15 bis 30 Mal mehr Ressourcen als unsere Vorfahren. Wir müssen daher den notwendigen Systemwandel in Richtung Nachhaltigkeit forcieren. Eine Ökosoziale Steuerreform ist ein wichtiger Meilenstein“, so Riegler-Picker.

Falsche Anreize

Das österreichische Steuersystem setzt derzeit falsche Anreize. Die Steuerlast für Arbeit ist sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer überdurchschnittlich hoch. Umwelt- und gesellschaftsschädliche Steuern wiederum sind derzeit niedriger als im EU-Durchschnitt. „Eine ambitionierte Steuerstrukturreform ist daher sinnvoll und notwendig. Mit höheren Einnahmen aus Umweltsteuern können die Abgaben auf Arbeit gesenkt und der Umbau in ein zukunftsfähiges Energiesystem sowie soziale Härtefälle unterstützt werden. Gleichzeitig würde eine Ökosoziale Steuerreform den Klimawandel bremsen, die Wirtschaft ankurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, betont der Geschäftsführer des Ökosozialen Forums.

Dänemark zeigt, wie es geht

Andere Staaten wie Deutschland, Finnland oder Dänemark haben von dieser „Doppelten Dividende“ schon profitiert. So konnte Dänemark durch die Ökosteuer Arbeit steuerlich um rund 5 % entlasten, die Treibhausgase sind deutlich gesenkt worden. Im Gegenzug sind neue Arbeitsplätze entstanden, die Wirtschaft hat profitiert. Dänemark startete 2010 bereits mit der 4. Reformphase. „Die positiven Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass Ökosteuerreformen ökologisch sinnvoll, sozial ausgeglichen und wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden können. Es ist an der Zeit, dass Österreich nachzieht“, betont Riegler-Picker.

Presseaussendung als pdf

PA Overshoot Day 2011, 23.9.2011 (Microsoft Word Datei 61.5 KB)
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