Buchpräsentation "skalp-touren – abseits vom zeitgeist" – 6. Mai 2005, Murau
Nachhaltigkeitsgedanke emotional transportiert
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Prasentation
6. Mai 2005, 19:00 Uhr
Rathaus Murau
Murau Steiermark |
:: Programm der Buchpräsentation
Das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Gesellschaft der Gegenwart angesichts von Umweltzerstörung, globaler Ungerechtigkeiten und sozialer Spannungen auf nationaler wie internationaler Ebene dringend zum Handeln im Sinne eines Dagegen-Steuerns aufgefordert ist, zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten Anliegen des Ökosozialen Forums Österreich.
„Zumeist wird allerdings gerade im Bereich der Nachhaltigkeit ausschließlich mit rationalen Argumenten, mit Zahlen, Daten und ‚hard facts’ aufgewartet und damit jene Wahrnehmung des Menschen, die ihn wohl am stärksten zu prägen und auch zum Umdenken zu bewegen vermag, vernachlässigt: das Gefühl. Mit unserer jüngsten Publikation ,skalp-touren – abseits vom zeitgeist’, das lyrische Texte der Steirerin Anna Philomena Stocker und Fotos von Walter Tockner enthält, beabsichtigen wir nun, eine Bewusstseinsänderung auf emotionaler Ebene zu transportieren und dadurch auch neue Zielgruppen für die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit zu erschließen“, erklärt Dipl. Ing. Josef Riegler, Präsident des Ökosozialen Forums Österreich, die Idee zur Herausgabe des neuen Lyrikbandes.
Die Autorin beschäftigt sich in bemerkenswert verdichteter Sprache mit verschiedenen Aspekten menschlicher und gesellschaftlicher Zerreißproben, sie erlaubt sich kritische Blicke auf aktuelle Zustände und spricht Themen wie die Verweigerung, das Scheitern sowie schließlich auch die Selbstfindung des Einzelnen wie auch der Gesellschaft an. Bewegende Fotos ergänzen jeweils das Bild zum Wort.
„Die Lektüre von Anna Philomena Stockers Gedichten ist gleichermaßen sinnliche Erfahrung, Konfrontation mit verschiedenen Sichtweisen der eigenen Person und der Umwelt und bietet eine Reihe von Denkanstößen und Impulsen“, ist Prof. Dkfm. Ernst Scheiber, Geschäftsführer des Ökosozialen Forums Österreich, überzeugt.
Musikalische Umrahmung:
Kerstin Neubauer, Gitarre
Im Anschluss lädt die Stadt Murau zu einem kleinen Imbiss.
:: Zum Inhalt
Ich fordere den Skalp unserer verkopften Gesellschaft!
Diese radikale Aussage steht am Beginn des Buches.
Massive Umwälzungen fordern heraus. Isoliert gelangt der Intellekt oft an seine Grenzen.
Da ist der ganzheitliche Mensch gefordert, das heißt die Ausgewogenheit von Intellekt, Emotion und Intuition. Meine skalp-touren fordern nicht den Kopf, wohl aber das Haare lassen, damit gezielte Neuorientierungen möglich werden.
Wir leben vielfach in einer Zwischenphase, wo Altes schon abgestorben, Neues aber noch nicht greifbar, wo wir auf uns selbst zurückgeworfen werden. In dieser Zwischenphase ist der Mensch gehörigen Zerreißproben ausgesetzt. Auf der einen Seite zerren Forderungen und Anmaßungen der Zeit, auf der anderen regt sich das Gewissen des Einzelnen, die Verantwortung in den ethischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Bereichen ...
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit Aspekten dieser Zerreißproben, wie etwa der kritische Blick auf Zeitzustände, das Erwachen des Selbst, Visionen, Richtungskämpfe, Verweigerung, Häutungen, bis zu einem möglichen Scheitern....
Im zweiten Kapitel kommen diverse Versionen der Selbstfindung ins Spiel. Da fließen frühe Prägungen, Geschichte, Mythen, aber auch Empfindungen wie Mut, Leidenschaft, Zuversicht, mit ein und das Aufeinandertreffen Gleichgesinnter, welches die Lust auf Neuland weckt. Die Kapitelüberschrift Sammlungen meint sowohl innere wie äußere.
Im dritten Kapitel treten Geh(h)ilfen zutage. Das sind sozusagen die Krücken um ‚über die Runden zu kommen!’ Da liest man von der Sprache der Jahresringe, ihre fruchtbaren Facetten wie Neugierde, Einzelgänge und Bedächtigkeit. Zum Schluss noch ein Ausflug in die Spiritualität, die das Unternehmen skalp-tour zusammenhält.
Die Texte sind in lyrischer Form verfasst. Ich meine, dass eine gute, überwiegend nachvollziehbare Lyrik Zukunft hat! Gerade in unserer beschleunigten Zeit ist man darauf angewiesen in möglichst kurzer Zeit Impulse und Informationen aufzunehmen, welche die Kraft haben das ganz persönliche Rad der Geschichte weiter zu drehen. Ich meine, die lyrische Form eignet sich da sehr gut, da sie auf Wesentliches verknappt und einen hohen emotionalen Erlebniswert liefert.
Durch das Buch laufen, wie auf Schienen, einzigartige Fotoimpressionen, in Wechselwirkung mit den Texten. Man möge sich durch die Betrachtung aber auch zu ganz persönlichen skalp-touren angeregt fühlen.
Die Bilder sprechen für sich!
:: Zur Autorin
Anna Philomena Stocker
geboren 1960, wohnt in Murau/Steiermark, verheiratet
Kinder: Christian †, Evelyn, Melanie
Händlerin, Schreiberin, Gestalterin
Anna Philomena Stocker: „Ich lebe meine Berufungen! Dem Ruf zum Schreiben und Verdichten folge ich schon viele Jahre. Aus Passion und Obsession, aus der ganz starken inneren Lebendigkeit heraus. Das Thema Holz erzeugt eine ungeheure Lust zur philosophischen Auseinandersetzung und mehr. Die Ernte ist groß, intensiv und nachhaltig. So entstanden die vorliegenden Texte als Impulsfortsätze einer im Sommer 2004 im Stadtmuseum Murau gestalteten Ausstellung unter dem Titel ,Die Sprache der Jahresringe’.“
Veröffentlichungen:
in Literaturzeitschriften sowie Anthologien,
Theaterstück „Pasticcio Jedermensch“, uraufgeführt 1996,
Beiträge in lokalen Medien, Lesungen, Ausstellungsgestaltungen
:: Zum Fotograf
Walter Tockner
geboren 1955, wohnt in Schöder/Steiermark, verheiratet
Kind: Manuela
gelernter Tischler
Walter Tockner: „Seit vielen Jahren treibt es mich mit dem Fotoapparat in die Natur, um auf einsamen Wegen ihre Göttlichkeit zu ergründen. Ich fotografiere gerne themenbezogen, wie z. B. Wasser und Eis oder die Materie Holz. Die verschiedenen Ansichten dieses Mediums faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Mit Geduld und meiner ureigenen Sichtweise versuche ich neue Perspektiven darzustellen, manchmal auch aus dem Gegenständlichen auszubrechen, mich an das Mystische anzunähern und durch kreatives Kombinieren den Mythos Holz mitzugestalten.“
Ausstellungen:
Schöder, Murau und Völkermarkt
Veröffentlichungen in Büchern:
„Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte“,
Anselm Grün, Kreuz-Verlag,
„Bis wir uns im Himmel wiedersehen“,
Anselm Grün, Kreuz-Verlag












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